SEO: die eigene Onlinepräsenz optimieren, und dabei nur ein wenig auf die SERPs schauen, hilft nachhaltig! – Nachfolgender Artikel erschien im Motorist Ausgabe 1/15 auf den Seiten 30 und 31. Der Motorist ist das Fachmagazin für den qualifizierten Motorgerätefachhandel.

Wenn von Suchmaschinenoptimierung oder SEO [von Englisch: Search Engine Optimisation] geredet wird, geht es den meisten Menschen einfach nur darum, in Suchmaschinen besser gefunden zu werden.

Optimiert werden sollen also die Suchmaschinenergebnisseiten oder SERPs [von Englisch Search Engine Result Page], noch genauer: das Ranking der eigenen Website im Verhältnis zu anderen. Genau auf diese hat aber niemand direkten Einfluss, außer natürlich die Suchmaschinenbetreiber selbst.

Suchmaschinen und Suchverhalten

Googles Marktanteil bei Websuchmaschinen liegt in Deutschland bei etwa 90%. Relevant ist hierzulande ansonsten nur noch Bing von Microsoft. Alle anderen können – zumindest aktuell – ignoriert werden. Oder lieber doch nicht?

Was bei der Googlemanie sehr häufig übersehen wird, ist die gravierende Zunahme des Anteils der Suchen außerhalb klassischer Websuchmaschinen: Und das gilt ganz besonders für lokal orientierte Suchen, die für stationäre Motoristen besonders wichtig ist und bei denen, direkt und indirekt, etwa Yelp sehr stark ist.

Obendrein werden auch noch die Suchanfragen in allerlei Netzwerkdiensten übersehen: Facebook hat gerade erst die eigene Suchfunktionalität äußerst sinnvoll überarbeitet. YouTube ist eine der größten Suchmaschinen, die, zugegeben, zu Google gehört. Und diese Liste kann beliebig fortgeführt werden.

Und Google? Erstmals seit Jahren verliert Google in den USA Marktanteile. Wie schnell und wie stark sich das auch in Deutschland auswirken wird, bleibt abzuwarten. – Nur auf eine einzige Karte zu setzen, ist jedenfalls eine durchaus riskante Idee, so attraktiv sie auch wirken mag.

SEO: die eigene Onlinepräsenz optimieren

Statt von Suchmaschinenoptimierung zu sprechen und dabei ausschließlich an das eigene Googleranking zu denken, ist eine andere Herangehensweise nicht nur kurzfristig sinnvoller, sondern wirkt sich langfristig mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch positiv auf die SERPs etwa bei Google aus: die Optimierung der eigenen Onlinepräsenz.

Es geht dabei also nicht nur um die eigene Website, sondern ebenfalls um die eigene Präsenz in sozialen Netzwerkdiensten, in Foren, letztendlich überall im Internet, wo eigene Kunden oder Interessenten aktiv sind und damit erreicht werden können.

Umso besser die gesamte eigene Onlinepräsenz ausgestaltet ist, umso einfacher Kunden und Interessenten Vorteile aus den eigenen Onlineangeboten ziehen können, umso leichter sie Kontakt aufnehmen können, desto höher die Auswirkung aller einzelnen Aktivitäten.

Wer denkt, es ginge dabei vor allem um Technik, um Entwicklungsumgebungen, HTML, CSS, Bildformate etc. pp, liegt weitestgehend daneben: Ein Großteil der Voraussetzungen, um die eigene Onlinepräsenz zu verbessern, erfordert wenig technisches Know-how und kann von jedem Motorist durchgeführt werden.

Die Marke im Fokus

Es gibt wohl kaum ein Thema, das in der Branche, insbesondere von Fachhändlern, so gerne und leidenschaftlich diskutiert wird, wie der Aufbau der eigenen Marke: Viele investieren sehr viel Zeit und Geld in ihren Markenaufbau, aber nur die allerwenigsten sind dabei auch online konsequent.

Wiedererkannt zu werden, ist dabei gerade im Internet unglaublich wichtig: Kunden und Interessenten sollten nicht rätseln müssen, ob…

  • der YouTube-Kanal Otto Müller,
  • die Facebookseite Müller Rasenmäher,
  • die Google Plus-Seite Müller Berlin,
  • der Twitteraccount Müller GmbH und
  • die Website der Müller Gartentechnik GmbH

…, die obendrein 5 verschiedene Logos benutzen, vielleicht doch zur selben Firma gehören?

Ein Logo und ein Icon

Machen Sie es sich und allen anderen so einfach wie möglich, Ihre Onlinepräsenzen zu finden und zu identifizieren: Nutzen Sie konsequent den gleichen Markennamen, der meist Ihr Firmenname ist. Nutzen Sie genauso konsequent das gleiche Logo.

Bezüglich des Logos kann es erforderlich werden, angepasste Versionen zu entwickeln: Die Icons vieler Netzwerkdienste, aber auch Foren sind meist sehr klein und häufig quadratisch. Obendrein werden sie für Smartphones noch weiter verkleinert.

Anstatt das horizontale Logo bis zur völligen Unleserlichkeit in das vorgegebene Format zu quetschen, was übrigens auch einige Ihrer Lieferanten machen, können Elemente des Logos [eine Illustration, der Anfangsbuchstabe] herausgegriffen und weitergenutzt werden. Dies sollte dann allerdings wiederum konsequent immer dann erfolgen, wenn die große Variante schlicht unpassend ist.

Adressierung verschiedener Onlinepräsenzen

Nutzen Sie außerdem eine möglichst identische Adressierung, denn diese können Sie nicht nur bei Ihrem Domainnamen auswählen. Für die Firma Müller Gartentechnik GmbH könnte das zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

  • www.mueller-gartentechnik.de
  • facebook.com/mueller.gartentechnik
  • youtube.com/user/muellergartentechnik

Und natürlich sollten alle eigenen Onlinepräsenzen miteinander verlinkt werden, um sie bekannt zu machen – und um Vertrauen zu schaffen.

Die Überschrift, genauer: <title>

Jetzt wird es doch ein wenig technisch, bei der Anwendung müssen Sie sich über die Technik allerdings keine Gedanken machen. Nicht an den Titel zu denken, sind jedoch schlicht verschenkte Chancen.

Jede einzelne Webseite – die Ihrer Website, die Ihrer sonstigen Onlinepräsenzen und -aktivitäten – hat eine Überschrift [Englisch: Title], den man im Tab des Browser angezeigt bekommt.

Diese Überschrift jeder einzelnen Webseite ist auch heute noch sehr wichtig für das Ranking bei Suchmaschinen. Darüber hinaus wird er im Webbrowser mehr oder weniger prominent angezeigt. Er wird an soziale Netzwerkdienste übermittelt, wenn die Seite geteilt wird und taucht noch an vielen weiteren Stellen auf.

Er wird im HTML-Code der Webseite über den HTML-Tag <title> definiert und wirkt unmittelbar auf die Suchmaschinenergebnisseiten, denn auch dort wird er als Überschrift der Seite verwendet und mit dieser verlinkt.

Sie können also auf jeder Webseite unmittelbar Einfluss darauf nehmen, wie gut diese Webseite ranken kann und definitiv wie sie von Suchmaschinen dargestellt wird. Hierauf nicht zu achten, ist schlicht und ergreifend ein schwerwiegender Fehler.

Wie sieht ein guter Titel aus?

Denken Sie bei Titel einfach an Überschrift: Wie eine gute Überschrift sollte auch ein guter Webseitentitel eben diese Webseite kurz und knackig zusammenfassen. Er sollte die Kernbegriffe enthalten, um die es auf der Seite tatsächlich geht. Er sollte gut zu lesen und spannend sein.

Bei Suchmaschinen werden meist nur die ersten 70 Zeichen dieser speziellen Überschrift angezeigt. Sie sollten daher in jedem Fall die Kernbotschaft der Webseite transportieren. Für eine gesamte Website sollte es jeden Seitentitel außerdem nur ein einziges Mal geben.

Neben der eigentlichen Überschrift sollte möglichst die eigene Marke genannt werden und bei einem stationär tätigen Motoristen natürlich der eigene Ort, vielleicht noch die Region oder die nächstgelegene Stadt, um insbesondere im lokalen Kontext gut gefunden zu werden.

Beispielhaft könnte das folgendermaßen aussehen: Stihl MS 170 [Aktionsangebot!] bei Müller Gartentechnik GmbH in Berlin

Für einen Interessenten ist damit schon bei Google auf den ersten Blick klar, was ihn erwartet, wenn er diese Überschrift anklickt: Er weiß, worum es geht, wer der Absender ist und sogar wo in diesem Fall das Angebot gemacht wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass geklickt wird, steigt gravierend!

Wie lässt sich dieser Titel bearbeiten?

Auf Ihrer Website werden Sie im Regelfall beim Anlegen oder Bearbeiten einer Nachricht oder einer Gebrauchtmaschine schlicht nach einer Überschrift gefragt. Diese sollte ebenso regelmäßig auch als Webseitentitel benutzt werden. Wenn nicht, fragen Sie Ihren Dienstleister!

Auf YouTube entspricht der Titel dem Videonamen: Achten Sie also beim Upload eines Videos auf einen dem Videoinhalt entsprechenden, sinnvollen Namen. Fragen Sie sich selbst, wonach Sie und Ihre Kunden suchen werden – und benennen Sie das Video mit entsprechenden Begriffen, soweit es darum wirklich inhaltlich geht.

Auf Facebook, Google Plus, Twitter und in vielen anderen Netzwerkdiensten werden die ersten 50 bis 140 Zeichen einer Nachricht zum Webseitentitel. Die ersten Zeichen der Nachricht sind also entscheidend dafür, wie gut andere den Beitrag später auch in Suchmaschinen finden können.

In Diskussionsforen wird für den Seitentitel meist die Überschrift der ersten Nachricht einer Diskussion genutzt. Wenn Sie eine Diskussion starten, denken Sie zukünftig daran, wie wichtig die Überschrift dafür ist, dass die Diskussion gefunden und wie sie in Google angezeigt wird.

Wo auch immer Sie im Internet für Ihr Unternehmen aktiv sind: Jede Minute, die Sie in eine Überschrift oder die ersten Zeichen einer Nachricht investieren, ist eine wichtige und sehr gut investierte Minute.

Der eigentliche Inhalt

Bei aller Fokussierung auf die beiden elementaren Elemente von Suchmaschinenoptimierung: der konsequent markenorientierten Benamung von Onlineaccounts und Domains und dem Anlegen sinnvoller Seitentitel, dürfte klar sein, dass dies nur der Anfang sein kann und darf.

Allerspätestens wenn sich ein Kunde oder Interessent von Google oder Yelp oder Facebook aus weiterklickt, darf er auf gar keinen Fall mit Inhaltsleere empfangen werden!

Ihre Marke und Ihre Überschriften sind immer ein Versprechen: Ein Versprechen auf weitere hilfreiche und spannende Informationen. Ein Versprechen auf eine Seite, die sich exakt mit den Inhalten beschäftigt, die Sie beworben haben. Eine Seite, die funktioniert.

Klappt das nicht und bricht der Nutzer den Besuch unverrichteter Dinge wieder ab, wird dies auch von den verlinkenden Diensten registriert – und Ihr Ranking dort sinkt ab, im Zweifel für die ganze Website oder Ihre Präsenz in einem Onlinedienst.

Nichtsdestotrotz: Ausgerechnet diesen Elementen keine Beachtung zu schenken, macht alle Investitionen in gute Texte, gute Fotos und gute Videos zunichte. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gut ranken oder nicht angeklickt werden, wobei sich letzteres wiederum auf das Ranking auswirkt.

Wenn Sie Ihre Onlinepräsenz konsequent optimieren und für Ihre Kunden und Interessenten spannend und hilfreich gestalten, optimieren Sie automatisch auch die Suchmaschinen, genauer: das Ranking Ihrer Onlineaktivitäten auf deren Ergebnisseiten.

Sie können auch den anderen Weg beschreiten – und schlicht tricksen, also letztendlich von den SERPs her denken. Früher oder später werden Google und Co. dies allerdings erkennen – und Ihre Kunden und Interessenten natürlich sofort.

Daher lieber konsequent die eigene Marke aufbauen, verstärken und langfristig in eine hochwertige und in sich konsistente Präsenz im Internet investieren, denn das zahlt sich wirklich aus.

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